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<dc:title xml:lang="de">KULT URSTADT : Eine Suche nach einem zeitgemäßen Umgang unserer heutigen demokratischen Gesellschaft mit nationalsozialistischer Architektur in Bayreuth im Spannungsfeld zwischen Wagner- und NS-Kult</dc:title>

  
<dc:description xml:lang="de">Die Demokratie in Deutschland wird durch ein Erstarken von konservativen bis rechtsextremen Kräften zunehmend gefährdet. In der Architektur hat die Rechte wieder ein Mittel gefunden, um ihre Ideologie zu verbreiten. Durch Revisionismus instrumentalisiert sie den Stadtraum und verhindert eine ohnehin defizitäre Erinnerungskultur. Auch im NS-Kult waren Gebäude als Propagandamittel eine Methode, um ihre Ideologie zu etablieren. Unter anderem nahm sich Adolf Hitler das Richard Wagners Festspielhaus in Bayreuth als ideologisches und kulturelles Vorbild. Mit dem Festspielhaus wurde ein Bauwerk geschaffen, das Richard Wagners Vorstellung verwirklichte, Kunst zur Beeinflussung der Massen und politischen Instrumentalisierung einzusetzen. Dadurch ist eine zentrale Stätte des Wagner-Kults entstand. Ausgelöst vom Wagner-Kult befanden sich in Bayreuth sehr früh Treiber nationalistischer und faschistischer Ideen. Dadurch wurde der Stadtraum bis heute beeinflusst. Einerseits wurde architektonisch mit dem Bau des Festspielhauses (1872), andrerseits kulturell durch die, bis heute alljährlichen, Inszenierungen der Wagner Opern, der Ausgangspunkt gesetzt, um den sich das Geschehen der NS-Zeit ordnen lässt. Während die baulichen Hinterlassenschaften der Familie Wagner kulturelle Magneten im Stadtgeschehen bilden, verhält es sich mit den gebauten NS-Strukturen der 30er Jahre anders. Diese sind kommentarlose Teile des öffentlichen und privaten Raumes geworden. Ein Hinweis auf ihre historische Bedeutung ist notwendig, um die Erinnerungskultur zu stärken und nicht durch oberflächlichen Umgang zu gefährden. Ziel der Arbeit ist es, der problematischen geschichts-revisionistischen Dynamik architektonisch entgegenzutreten und zu untersuchen, inwiefern bauliche Mittel wirksam zur Erinnerungskultur beitragen können sowie, durch aktive Formen des Gedenkens ergänzt und unterstützt werden müssen. Durch eine historische Untersuchung der Zeit vor [Wagnerstadt], während [Gauhauptstadt] und nach [Neu-Bayreuth] der Zeit des Nationalsozialismus wird ein Grundverständnis der Zusammenhänge zwischen Wagner- und NS-Kult geschaffen. Dies ermöglicht im Folgenden eine Bestandsanalyse der Architekturikonologie. Hier wird der ideologisch belastete Bestand auf verschieden Ebenen gedeutet, um ein Verständnis für den Stadtkörper zu erlangen. Daraus lassen sich Vorgaben für einen kritischen Interventionsansatz ableiten. Mit dem Vorbild von Bertold Brechts Epischen Theaters soll ein Stück an vier Spielstätten ermöglichen, Ort, Ideologie und Geschichte durch aktive Handlungen im Rahmen einer kritischen Praxis erfahrbar zu machen, um ein Verständnis für die Stadtgeschichte zu gewinnen. Die Untersuchungen machen deutlich, dass der Wagner- und NS-Kult in Bayreuth nicht nur kulturelle, sondern auch räumliche Spuren hinterlassen hat, die bis heute wirken. Um dem fortschreitenden Vergessen und geschichtsrevisionistischen Instrumentalisierung dieser Räume entgegenzuwirken, muss Architektur als Träger ideologischer Bedeutung verstanden und aktiv kontextualisiert werden. Nur durch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Kult um bestimmte Orte und einer aktiven Form des Gedenkens, kann eine lebendige und resiliente Erinnerungskultur entstehen.</dc:description>

  
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<dc:creator>Andreas Popp</dc:creator>

  
<dc:contributor>Andrijana Ivanda</dc:contributor>

  
<dc:contributor>Paul Reinhardt</dc:contributor>

  
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