Humanstorks tangled Tracks
Title (en)
Humanstorks tangled Tracks
Language
German
Description (de)
Dissertation, 2024, keine Creative Commons-Lizenzierung
Betreuung: Karin Harrasser
Abstract
Der Beginn von „Humanstorks tangled Tracks“ war die synchrone Reise mit einer Weißstörchin. Für die Dauer eines Wanderzyklus begab ich mich mit einem Animal Tracker und GPS-Sender entlang ihrer Route auf nichtmenschliche Umwege. Einem Fadenspiel gleich bildeten und lösten sich virtuelle und lineare Figuren; sich annähernde, auseinanderlaufende, sich kreuzende oder fernbleibende Linien in Landschaften erzählten, anhand des Einsatzes der Satellitentelemetrie, von Möglichkeiten und Unmöglichkeiten temporärer menschlich-nichtmenschlicher Beziehungen, von produktiven Unfähigkeiten, irreführenden Sichtbarkeiten und fehlenden Begegnungen. Die an die Reise anknüpfende kulturwissenschaftliche Auseinandersetzung kreist um Fragen nach mehr oder weniger anthropozentrischen Mensch-Vogel-Beziehungen in der Ornithologie. Mit Vinciane Desprets ethologisch-philosophischem Ansatz des richtigen Fragestellens wird über die Qualität von Begegnungen zwischen Mensch und Vogel nachgedacht. Mit Bruno Latours Kritik an der Moderne und seinen daraus entwickelten Gedanken über das kollektive Agieren in kritischen Zonen wird ein Naturbegriff beleuchtet, welcher durch die Visualisierungen und Aussagen der Verhaltensforscher*innen rund um das ICARUS-Projekt des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie deutlich wird. Mit Tim Ingold wird auf das Wesen von gezeichneten und getrackten Linien eingegangen, und mit Gilles Deleuze wird ihr deterritorialisierendes Potential erörtert sowie die Frage nach den konzeptuellen Bedingungen eines besenderten Tier-Werdens gestellt. In der künstlerischen Auseinandersetzung werden aus den gewonnenen Fragen alternative Visualisierungen entwickelt, die anhand telemetrischer Verhaltensforschung andere ökologische Szenografien und Kollektive skizzieren. „Humanstorks tangled Tracks“ versucht als Reise und Erzählung eine „Social-Fiction“ eines mehr als menschlichen Kollektivs mit und durch den Einsatz von Satellitentelemetrie zu entwickeln. Diese „SF“ wird als potenziell politisches Welterzeugen verstanden, die anthropozentrische Perspektiven und moderne Konzepte zu destabilisieren versucht.
Author of the digital object
Moritz Matschke
Licence Selected
Type of publication
Dissertation
Date of approbation period
2024-02-11
Study
PhD-Studium > -100
- Cite as
Persistent identifier
https://phaidra.kunstuni-linz.at/o:3425 - Restricted access
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